image
  • image

    „Ich bin ein Ausbildungsfreak“

    Autor Reiss Profile Redakteur 22-04-2012 21:05:47

    Reiss Profile Masterin Marion Klimmer, Autorin und Inhaberin von Klimmer Coaching & Training in Hamburg, im Gespräch über persönliche Höchstleistungen.

    Frau Klimmer, gerade ist Ihr Buch „So coachen sich die Besten“ erschienen. Wieso braucht die Welt einen weiteren Coaching-Ratgeber?

    Klimmer: Mein Buch schließt genau dort eine Lücke, wo es um die situative Abrufbarkeit von Höchstleistungen in Sport und Beruf geht. Es ist ein Ratgeber für jeden, der in einem bestimmten Moment den Zugriff auf seine volle Leistungsfähigkeit haben will. Dazu mache ich aktuelles neurowissenschaftliches und psychologisches Wissen über Stressentstehung und -vermeidung für Nicht-Experten verständlich. Zudem habe ich Interviews mit 28 Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens geführt. Sie repräsentieren ganz individuelle Erfolgsstrategien dafür, wie die Leistungsentfaltung in verschiedenen Kontexten gelingen kann.

    Sie sind zertifizierte Reiss Profile Masterin und der Ansatz von Steven Reiss ist eine der Säulen Ihres Coaching-Konzepts. Wie sind Sie zum Reiss Profile gekommen?

    Klimmer: Das Schlüsselerlebnis war mein eigenes Auswertungsgespräch bei der Reiss Profile Master Instructorin Sylke Schliep. Dabei wurde deutlich: Bestimmte Entscheidungen am Anfang meiner beruflichen Laufbahn hätte ich mit dem heutigen Wissen über meine Persönlichkeit ganz anders getroffen. Bezogen auf meine Beratungsarbeit wurde mir zudem sofort das Potenzial der Methode klar. Ich glaube, dass sie vielen anderen diagnostischen Verfahren überlegen ist, da sie weitaus tiefer geht als diese und für den Klienten auf nachvollziehbare Art und Weise aufzeigt, welche Lösungen dauerhaft Wirkung entfalten können. Außerdem bin ich ein „Ausbildungsfreak“, der sich immer wieder gerne neue Methoden aneignet. Gefragt, auf welche Ausbildung ich keinesfalls verzichten wollte, gehört das Reiss Profile auf jeden Fall dazu, eben weil es einen lehrt, sich nicht zu früh mit einfachen Antworten zufrieden zu geben.

    Wie setzen Sie das Reiss Profile in der Beratung ein?

    Klimmer: Ich nutze es bei jedem Einzelcoaching. Ein Beispiel ist die Burn out- Prävention. Hier schaue ich, welche ausgeprägten Motive – also welche inneren Antreiber – der Klient über lange Zeit vernachlässigt hat. Oder umgekehrt: Wo Rollen, Aufgaben, das Umfeld Anforderungen stellen, die aufgrund der jeweiligen Motiv-Ausprägungen individuell stressen. So erhalte ich wichtige Anhaltspunkte darüber, was im individuellen Falle Burn out begünstigt oder verhindert. Eine gute Ergänzung in der Diagnose stellt dabei die Wing-wave-Methode dar. Damit teste ich im ersten Schritt, ob einzelne Motive eine körperlich messbare Stressreaktion auslösen. Doch auch in Führungstrainings, Teamentwicklungen und Karriere-Coachings setze ich das Persönlichkeitsprofil gerne zu Beginn ein, da sich sehr schnell die ganze Bandbreite der für die Klienten wirklich relevanten Themen erschließt und in der Folge gezielt daran gearbeitet werden kann.

    Sie stellen in Ihrem Buch Beispiele aus dem Leistungssport vor und beziehen sich auch auf die Coaching-Erfahrungen von Peter Boltersdorf – zum Beispiel in der Arbeit mit dem  Gewichtheber und Olympiasieger Matthias Steiner, der Handballnationalmannschaft und verschiedenen Vereinen der Fußballbundesliga. Was lässt sich davon auf persönliche Situationen übertragen, in denen Höchstleistung abzurufen ist?

    Klimmer: Die entscheidende Frage lautet: Worin liegt hier und heute die spezielle Herausforderung und warum ist das so? Erst wenn ich den Zugriff auf dieses „Warum“ habe, kann ich dazu übergehen, meine mentalen Prozesse bewusst zu steuern und zu gestalten. Das heißt: Je besser ich meine inneren Antreiber kenne, desto eher kann ich in Höchstleistungssituationen Sicherheit, Kraft und Zuversicht schöpfen. Und das trifft auf jeden zu, nicht nur auf Spitzensportler.

    Vielen Dank für das Gespräch.

    Marion Klimmer

    Buchbestellung über amazon.